Die Geburt der Königin Eleanor – Der Aufbau des Focus Kelona, Teil 2

Focus Kelona Carbonrad (8)

9,3Kg leckerer Zutaten – Oh, die Königin ist schon (fast) fertig

Shimano WH-MT 35 – der Laufradsatz

Am Ende ging der Aufbau meines neuen Rades ganz schnell. Nach dem Einpressen des Steuersatzes waren erst einmal die Laufräder dran und… Ich hab die falschen Schläuche gekauft? Mist. Wie bin ich denn dazu gekommen mir einen Laufradsatz mit 6,5mm Bohrung für französische Ventile zu ordern?  Der Shimano WH-MT 35 ist gut, günstig und auch für schwerere Fahrer geeignet, also auch für Touren mit etwas Gepäck. Mein eigentliches Ziel war es zwar, gerade beim Laufradsatz möglichst viel Gewicht zu sparen, aber das geht rasch auf Kosten der Steifigkeit und viele dieser Laufräder sind nicht für sonderlich viel Gewicht zugelassen. Mal ganz davon abgesehen, dass der Preis solcher Laufräder mal ganz schnell in schwindelerregende Höhen steigt. Für 2070g habe ich nur 124,90€ ausgegeben. Passt. Nur hätten die Räder durchaus etwas besser zentriert sein können.

Nachdem ich mich um die richtigen Schläuche bemüht hatte, waren die Räder in Windeseile fertiggestellt. Erstmalig hatte ich mit dem WH-MT 35 Naben mit Centerlock zur Bremsscheibenaufnahme vor mir. Da meine Scheiben aber herkömmliche 6-Lochversionen sind, benötigte ich einen Adapter und freute mich über dessen supersimple Montage.

Focus Kelona Carbonrad (5)

Hier gehen die Züge rein. Am Kabelaustritt schaut es nicht ganz so durchdacht aus.

Innenverlegte Züge

Und der Rest? Da gab es keine Überraschungen. Die Königin Eleanor ist ja nicht das erste Rad, das ich zusammengestellt hab. Wobei, ein Fehler wie die völlig falsche Gabel, das war mir vorher auch noch nicht passiert. Einzig die Kabeldurchführung des Focus Kelona ist ein wenig eigensinnig. Die im Rahmen verlaufenden Züge sorgen natürlich für eine edle und aufgeräumte Optik, aber wenn man sie dort verlegt, dann doch bitte auch richtig. Der Austritt der Schaltzüge nahe dem Tretlager ist dermaßen gelegt, dass die Schaltzüge an ihm schleifen werden. Diesen Bereich wollte ich zuerst mittels Teflonlinern auskleiden, entschied mich dann aber dafür den Durchgang für die Bremse einfach für den Schaltzug zu nutzen. Damit dieser nämlich auch Hydraulikleitungen aufnehmen kann, ist er oben wie unten großzügig ausgeführt und ermöglicht damit die Verlegung eines komplett durchgehenden Schaltzugs, ohne dessen Hülle unterbrechen zu müssen. Für eine solche Verlegung sind freilich die Zuganschläge des Rahmens nicht vorgesehen und so arbeite ich aktuell mit Kabelbindern als Übergangslösung. Problem: Die Leitung der Hinterbremse passt nicht auch noch durch das Loch. Lösung: Ich verlege sie kurzerhand außen. Auch hier nutze ich noch Kabelbinder. Momentan mag das nach einer Notlösung klingen (es ist ja auch eine), aber stören tut es mich nicht.

ESI Chunky

Eine kleine Überraschung gibt es noch. Entgegen meiner Gewohnheit mir nur Schraubgriffe zu kaufen, versuchte ich es dieses Mal mit den ESI Chunky Silikongriffen. Die Teile sind leicht, griffig und schauen gut aus – ein echter Zugewinn.

Probefahrt

Nun war also alles zusammengebaut (wobei ich noch immer auf eine passende Sattelklemme warte), Zeit für die erste Probefahrt. Besagte Klemme borgte ich mir von einem anderen Rad aus. Ich war fertig, aber das Wetter noch nicht. Nee, im Regen mache ich keine Probefahrt. Das Rad kann ruhig mal was trocken und sauber bleiben. Also wartete und wartete ich und spät am Abend ging es das erste Mal für genau 810 Meter nach draußen. Wie es sich fährt?

Ungewohnt ist die kompakt-aufrechte Sitzposition. Ungewohnt, aber nicht unbequem. Nur kommt so wohl kaum Rennradfeeling auf. Mal schauen, ob ich da noch ein wenig dran herum bohre. Ansonsten bin ich, soweit ich das nach der kurzen Fahrt sagen kann, sehr glücklich. Das Rad fährt sich angenehm neutral und besitzt ein ungewohnt gutes Spurtvermögen. Es ist schön zu spüren, wie die reingesteckte Muskelkraft direkt in Vortrieb umgesetzt wird. Rennräder können das besser, aber die Königin Eleanora ist halt ein Rad für viele Gelegenheiten. Fitnessrad trifft es möglicherweise am Besten – oder aber Leichttourer. Oder auch Stadtflitzer. Oder…

In Kürzen veröffentliche ich meine komplette Teileliste inkl. Gewichts- und Preisangaben (Gewichte selbst nachgewogen; UVP/was habe ich bezahlt).

  • Focus Kelona Carbonrad (1)

    Der direkte Vergleich zwischen der (nun doch verbauten) Ritchey WCS Carbon und der Saso Mekkem.

  • Focus Kelona Carbonrad (2)

    Ein kleiner Blick aufs Heck.

  • Focus Kelona Carbonrad (3)

    Hier gibt es dafür Platz ohne Ende. Nicht sehr schön.

  • Focus Kelona Carbonrad (4)

    Zwischen den LRS-Teilen und der Gabel ist kaum mehr Platz...

  • Focus Kelona Carbonrad (6)

    Kein Carbon, aber auch kaum schwerer: der Ritchey WCS Lenker.

  • Focus Kelona Carbonrad (7)

    Den Easton EA90 fahre ich an drei von vier Fahrrädern. Ein klasse und sehr leichtes Teil.

  • Focus Kelona Carbonrad (8)

    Großartige Ergonomie der Avid Carbonhebel.

  • Focus Kelona Carbonrad (9)

    Farblich doch recht passend, oder?

  • Focus Kelona Carbonrad (10)

    Die Avid Juicy Ultimate Carbon ist nicht mehr ganz aktuell, an ihrer vorzüglichen Qualität ändert das aber nichts.

  • Focus Kelona Carbonrad (11)

    Ein Versuch sind die Exustar-Pedale. Eine Seite SPD, eine Seite Plattform.

  • Focus Kelona Carbonrad (12)

    Auch die Zee Kurbel kommt aus der Downhillserie von Shimano. Das Kettenblatt wird bald 42 Zähne haben.

  • Focus Kelona Carbonrad (13)

    Das Shimano Zee kommt eigentlich aus dem Downhillbereich, passt aber vorzüglich zur Königin Eleanor.

  • Focus Kelona Carbonrad (14)

    10 Gänge reichen. Hinten 11-36 mit großen Schaltsprüngen, macht grad mal nix.

  • Focus Kelona Carbonrad (5)

    Öffnung für die innenverlegten Züge.

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