Brooks Cambium C17 carved im Test

Brooks Cambium C17 carved

Brooks Cambium C17 Carved – Der vegane Brooks Sattel

Wer bei Brooks nur an Ledersättel denkt, der liegt seit einiger Zeit verkehrt. Genaugenommen seit Einführung der Brooks Cambium Reihe. Aber ist dieser Baumwollbrooks auch seine 150€ wert? Und stellt er eingefleichte Tourenradler zufrieden? Wie sich der Brooks Cambium C17 nach einem 2000Km Test auf meinem Surly Troll geschlagen hat, erfahrt ihr hier auf radundfuss.

Der Brooks Cambium C17 im Detail

Eins muss man Brooks lassen: wenn sie etwas bauen, dann richtig. Richtig schön und detailverliebt. Da macht auch der Brooks Cambium C17 keine Ausnahme. Seine Form ist der des Brooks B17 nachempfunden und es gibt weitere Gemeinsamkeiten . Wo beim B17 auf Leder beim Sitzelement gesetzt wird, reitet man auf dem C17 auf einer dicken Lage Naturkautschuk (unten) und wasserfest behandeltem Canvas (Baumwolle; oben) daher. Der kernledersatteltypische, federnde Hängematteneffekt soll auch beim Brooks Cambium gegeben sein. Ob er aber genauso bequem ist? Wir werden sehen.

Brooks Cambium C17 carved

Die Verarbeitung ist auf höchstem Niveau und das ganze Erscheinungsbild des Sattels ist einfach nur edel und schön. Wie bei Brooks üblich, wurde auch beim Cambium viel Wert auf Details gelegt. Auch am Cambium findet man Ösen für Werkzeugtaschen wie bei den Ledersätteln vor. Gleichzeitig sind die Sattelstreben aber derart gebogen, dass man auch „moderne“ Satteltaschen am Sattel befestigen kann.

Der Brooks Cambium C17 carved in der Praxis

Für viele Interessierte erst mal die gute Nachricht: der Brooks Cambium muss nicht eingefahren werden. Dieser, bei Kernledersätteln notwendige und gerngehasste Start, hielt bislang so manchen von Sitzbeschwerden geplagten Radler von dieser Art Sätteln ab. Weder bei meinem Brooks B17 Imperial, noch bei meinem B17 Imperial Narrow hatte ich von Beginn an irgendwelche Sitzprobleme. Im Gegenteil, sie haben mir stets auf Anhieb gepasst und sind höchstens noch bequemer geworden. Magda musste ihren Brooks B17 Imperial hingegen erst ein paar hundert Kilometer einfahren, bevor er ihr passte. Wie dem auch sei, der Cambium ändert seine Form im Betrieb nicht dauerhaft und passt sich damit eben auch nicht der eigenen Gesäßform an. Die Sitzdecke fühlt sich zudem sehr hart an. Diesen Eindruck meldet mir beim Fahren auch mein Hintern zurück. Meine Sitzhöcker sind viel Druck ausgesetzt, der das Fahren für mich auf dem Brooks Cambium auf Dauer unbequem werden lässt. Mit einer Jahresleistung von groben 8000 Kilometern gehöre ich sicher nicht zu den Wenigfahrer und mein Hintern kann harten Sätteln eigentlich auch was abgewinnen. Aber in recht aufrechter Position, wie eben beim Surly Troll mit einer 710er Jones H-Bar, geht der Sattel für mich auf Dauer gar nicht. Ich habe es probiert, ihn aber schlussendlich gegen den Brooks B17 Imperial meines Arbeitsrennrades getauscht und hoffe nun, dass mir die gebeugtere Sitzhaltung auf dem Rennrad mit dem C17 in Punkto Komfort entgegenkommt. Ich werde berichten.

Nicht so schön: der Sattel ist bei schweißtreibender Fahrt recht schwitzig.

Schön: der Cambium kann Regen ohne weiteres ausgesetzt werden. Er saugt sich nicht mit Wasser voll, wird von ihm auch nicht beschädigt und muss nicht abgedeckt werden. Pflege braucht er auch keine. Ebebfalls schön: nach 2000Km zeigt der Brooks Cambium noch keinerlei Abnutzungsspuren und sieht praktisch aus wie neu. Wenn ich diesen Zustand mit meinem Terry Fly irgendwas oder Selle Italia SLR XP Trans Am vergleiche, die nach dieser Kilometerleistung schon stark lädiert aussahen… Im Vergleich zu seinen Lederbrüdern kann man ihn auch gut hinten packen, um das Rad steile Berge hochzuschieben. Die Ledersättel zerstört man damit leider mit der Zeit (diese muss man eben anders greifen). Den Cambium nicht.

[Die hier gezeigten Fotos des Brooks Cambium C17 carved zeigen meinen Sattel
nach 2000 Km Fahrt bei Wind und Wetter und ohne Schutzbleche.]

Zwischenfazit

Für meine Sitzposition auf dem Surly Troll hat mir der Brooks Cambium C17 carved dauerhaft nicht zugesagt. Schade, schade, denn die eigentliche Geometrie sagt mir sehr zu und die Optik ist, wie gesagt, ein Traum. Haltbarkeit und Handling sind ebenso klasse… aber so bleibe ich denn eben nicht beim C17 auf meinem Reiserad, sondern kehre zum B17 zurück. Es klingt zumindest fast gleich.

Interessenten kann ich eine ausgiebige Probefahrt dennoch nur ans Herz legen, denn man findet eine ganze Reihe begeisterter C17 Fahrer… aber eben auch einigen, die den Sattel, genauso wie ich, zu hart finden.

Fazit

Der Brooks Cambium ist mittlerweile auf meinem Rose Pro DX, einem gemütlichen Rennrad… Tourer… Cyclecrosser… (irgendwas in der Richtung) montiert. Die gebeugtere Sitzposition bedeutet eine deutliche Entlastung meiner Sitzhöcker und so konnte der Sattel gleich einen ganzen Haufen Sympathiepunkte zurückgewinnen. Zwar fahre ich mit dem Sattel gerade überwiegend Strecken von knapp 30Km am Stück (eben meinen Arbeitsweg), aber über diese Distanz empfinde ich ihn mittlerweile wirklich als angenehm. Auf dem Surly Troll hat er mich bereits bei diesen kurzen Distanzen mächtig genervt.

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Spontane Assoziation tolle Verarbeitung, langlebig
Einsatzbereich Radreisen, Alltag, Tour, City, MTB
Bewertung (8 / 10)

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