Test: Valandre Olan Daunenbooties

Valandre Olan

Valandre Olan

Na klar, da soll ich mich mal nicht so anstellen. Die Valandre Olan sind schließlich Daunenbooties für die ordentliche Kälte und für meine Touren doch ordentlich übertrieben? Mitnichten, schließlich wiegen sie erträglich wenig und halten die Füße wunderbar warm. Aber von vorn.

Daunenbooties kann man sich wie eine Mischung aus Socken und einem Schlafsack vorstellen. Sie gleichen in ihrer Erscheinung auch Moonboots, eignen sich aber noch weniger zum Laufen als diese. Ihre Aufgabe ist es schlicht die Fuße zu wärmen, wenn diese nicht in Bewegung sind und nicht in Schuhen stecken – also beispielsweise abends im Zelt.

Details

Im Gegensatz zu manch anderen Daunenbooties, besitzen die Olan keine „Notlaufeigenschaften“. Ihre Sohle besteht lediglich aus einem kräftigeren Stoff als der Rest.Manche Hersteller statten ihre Modelle hingegen mit einer Sohle aus EVA-Schaumstoff aus. Dieser ist wasserdicht, isoliert auch beim Laufen und reagiert weit weniger empfindlich auf Kontakt mit Steine udgl. am Boden. Das Packmaß ist aber deutlich unterschiedlich und fällt zugunsten der Olan aus. Am Beinabschluss befindet sich ein verstellbarer Gummizug, mit dessen Hilfe die Booties einen halbwegs rutschfreien Sitz am Fuß einnehmen sollen. Das diesen Zug umgebende Nylon ist aber recht glatt und somit rutscht es auch mit Zug gern über die Hose nach unten.

Valandre hat, den eigenen Angaben zufolge, nur sehr hochwertige Gänsedaune aus Toulouse in 800 cuin+ Qualität (nach EU und 850 cuin+ nach US-Norm) und einem Mischungsverhältnis von 95/5 verwendet.

Merkwürdig: Valandre gibt die Schuhgrößen in „M“, „L“ usw. an. Die Entsprechung in 44 ½, die ich benötige, konnte ich an keiner Stelle finden. Am Ende habe ich mir „M“ und „L“ kommen lassen. Erstere passten in der Breite besser, letztere in der Länge und so habe ich diese genommen.


Praxis

Ich hatte die Möglichkeit die Olan gegen entsprechende Booties von Western Mountaineering und Yeti, mit EVA-Sohle zu testen. Die Olan umschließen den Fuß besser und ihr Beinabschluss ist auch deutlich höher geschnitten, was beides für mehr Wärme sorgen sollte. Ihre Verarbeitung erscheint mir auch durchdachter als die der Yetis. Insgesamt ein rundes Wärmepaket.
Apropos Wärme. Daunenbooties funktionieren wie ein Schlafsack oder jede andere Isolation. Sie wärmen nicht aktiv, sondern halten die vom Körper abgestrahlte Wärme zurück. Es ist also sinnvoll sich und seine Füße nicht durchgefroren in den Schlafsack oder die Booties zu stecken, sondern seinen Kreislauf vorher auf Trab zu bringen. Ansonsten kann man sehr lange warten, bis es einem eingemümmelt überhaupt warm wird. Leider.

Neben Daunen- gibt es am Markt natürlich auch Booties mit synthetischer Füllung. Diese hat den Vorteil weniger empfindlich auf Feuchtigkeit zu reagieren, besitzt aber nicht das überragende Wärme-Gewichts Verhältnis einer guten Daune und auch nicht deren Langlebigkeit.



Bisher hatte ich lediglich die Möglichkeit die Booties bis ca. -9°C zu testen, kälter ist es auf unserer diesjährigen Wintertour leider nicht geworden. Die Temperatur war erwartungsgemäß kein Problem für sie. Aber auch bei diesen Temperaturen ist mir die relativ schlechte Fixierung der Booties am Fuß ein wenig negativ aufgefallen. WM arbeitet am Übergang vom Fußrücken zum Schienbein mit einem innenliegenden Gummizug, der die Daunenbooties recht sicher am Fuß hält. Nun fallen einem auch die Olan nicht mal grad ebenso vom Körper ab, verrutschen aber immer wieder. Kein riesen Problem, aber bei einem Produkt für knapp 130€ hätte ich mir dieses Detail wirklich gewünscht.

Beim Transport und beim Tragen im Zelt/Schlafsack ist die fehlende „echte“ Sohle praktisch und gut. Muss man aber mal schnell raus aus dem Zelt ist sie von Nachteil. Sofern der Boden nicht solide mit Schnee bedeckt ist, möchte ich es den Olan nicht zutrauen mich über Stock und Stein zu tragen. Also raus aus den Booties und rein in die tiefgefrorenen Stiefel. Dann wieder raus aus den Stiefeln und mit den kalten Füßen rein in die Olan. Nun, einen Vorteil auf der einen, erkauft man sich halt mit einem Nachteil auf der anderen Seite.

Fazit

Für bald 130€ bekommt man bei Valandre ein Paar prächtig warme Daunenbooties, denen allerdings eine bessere Fixierung am Fuß gut stünde. Die fehlende Laufsohle kann ich locker verschmerzen, denn hierdurch empfinde ich sie die übrige Zeit als angenehmer.

TIPP: Mit Daunenbooties und einer leichten Daunenjacke kann man den Temperaturbereich eines leichten Schlafsack ordentlich erweitern. Meinen Sommerschlafsack nutze ich so bis um den Gefrierpunkt und spare gleichzeitig Gewicht und bin variabler unterwegs.



 

Produkt Valandre Olan / Daunenbooties
Herstellerlink Valandre
Gewicht 230g (Gr. L, ohne Packsäckchen)
Preis 128,95€
Spontane Assoziation warm und kuschelig
Einsatzbereich Kalte Füße, egal wo. Nicht zum Laufen gedacht.
Bewertung 8 out of 10 stars (8 / 10)

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