Nemo Nomad – Die Mutter aller Isomatten im Test

Nemo Nomad

Nemo Nomad 30XL – Die fette Isomatte für Langschläfer

Wie man sich bettet, so schläft man? Die Nemo Nomad lässt mit ihren Maßen von 203x76x15cm diesbezüglich Gutes erahnen und einen eher an das heimische Bett, denn an eine Isomatte denken. Ich habe den Versuch gemacht und dieses Ungetüm von Outdoorbett mit auf Tour genommen. Meine mit der Nemo Nomad gesammelten Erfahrungen lest ihr in diesem Test.

Die Nemo Nomad im Detail

Packmaß und Papier sind geduldig und so wird einem die wahre Größe der Nemo Nomad erst im direkten Vergleich mit einer herkömmlichen Isomatte klar. Sie ist etwa 17cm länger, 25cm breiter und etwa vier Mal dicker als eine Matte aus offenzelligem Schaumstoff (sog. sich selbstaufblasende Matte in gern gekaufter 3,8cm Stärke). Selbst eine Therm’a’Rest NeoAir überragt sie in der Dicke noch etwa um den Faktor zwei. Schnell wird dem geneigten Nomad-Schläfer aber auch klar, dass vor dem Schlafen das Aufpusten kommt. Und das bei diesem gigantischen Volumen?! Nemo hat aber vorgesorgt und so muss sich der erschöpfte Herr Welterkunder oder das müde Frollein Globetrotter nicht allabendlich die Lunge aus dem Hals pusten. Stattdessen wird einfach das integrierte und sehr gut arbeitende Pumpabteil genutzt und via Hand oder Fuß malträtiert. Ich pumpe per Hand und das schaut original wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung aus. Rund eine Minute und einhundert Pumpstöße später findet der Schläfer eine rechteckige Ruhestädte vor. Sollte das Ergebnis noch nicht groß genug sein, kein Problem: via Knebel und Ösen lässt sich eine zweite Matte ankoppeln und zu einem 152cm breiten Bett verbinden.

Nemo Nomad

Kräftige Ösen zu Koppelung zweier Nemo Nomad Isomatten.

Dick heißt bei Isomatten auch warm. Eigentlich ist die Nemo Nomad aber keine wirkliche Isomatte, sondern schlicht eine Luftmatratze für Plusgrade. Nemo gibt einen R-Wert von 2,8 an. Für den Winter scheidet sie also definitiv aus.

Das 75D PU Ripstop Polyester macht haptisch einen guten Eindruck und auch optisch lässt das „Skyburst Orange“ Freude aufkommen. Die vergeht dank zweier Luftablassöffnungen auch beim Entleeren der Matte nicht – das Entleeren geschieht blitzartig. Und auch nachts vergeht die Freude nicht, wenn einem die Matte doch zu hart erscheint und man nur etwas Luft ablassen möchte. Ein feinfühliges Ventil hilft hier weiter, ohne dass man die beiden großen Öffnungen bemühen müsste. Nach erfolgter Entleerung wird die Matte auf rund 28x15cm zusammengepackt. Das ist, wenn man die neumodischen, ultraleichten Matten (NeoAir und Co.) gewohnt ist, schon ein ziemlich sperriges Paket. Am Ende entspricht das Maß aber auch nur in etwa einer sich selbstaufblasenden Matte von 183x51x3,8cm. Und man weiß ja wo es herkommt und dass man es in der Nacht dafür bequem hat.
Wie ist die Matte denn nachts?

Nemo Nomad

Die Nemo Nomad im Größenvergleich mit einer Standardmatte.

Nemo Nomad

…und hier nochmal von oben

Die Testbedingungen und theoretische Überlegungen

Der Test der Nemo Nomad fand in erster Linie durch mich (ich wollte die Matte nach der ersten Nacht nicht mehr teilen oder hergeben) im frühlingshaften Nordhessen statt. Die Tagesetappen auf dem Rad waren wegen unseres Nachwuchses kurz. Wenngleich es die bergigen Etappen mit meinem 75Kg Gespann deutlich in sich hatten, bin ich im Zelt nicht gleich vor Erschöpfung eingeschlafen.

Vorweg muss einschränkend gesagt werden: die Nemo Nomand ist aufgrund ihrer Überbreite keine Matte für jedes Zelt. Vor allem dann nicht, wenn der Partner auch noch solch ein Ungetüm dabei hat. Schaut also vorher nach der Zeltbreite und der aller Isomatten insgesamt. Es passt? Wunderbar! Oder bist Du ein ultraleichtfanatiker? Dann vergiss es. Die Nomad wiegt so viel, wie mein Cumulus Quilt, meine NeoAir und ein paar Tafeln Schokolade zusammen. Und auch zu einem begrenzten Platz im Rucksack passt sie nicht. Für wen sie hingegen interessant sein könnte? Für Radreisende und Normalotrekker, denen besserer Schlaf vor geringerem Gewicht geht und natürlich für alle, die sich um Volumen und Platz keine Gedanken machen müssen und daheim außerdem ein Gästebett brauchen. In jedem Fall muss man aber auch ein klein wenig Geld über haben. Die Matte wird schließlich für runde 230€ angeboten. Für drei bis vier Quadratmeter Stoff mit ein paar Ventilen erscheint mir das happig. Allerdings fällt mir auch keine sinnvolle Konkurrenz zu der Nemo Nomad ein. Ähnliche Matten kenne ich nur in bescheidener Qualität und wesentlich schwerer und/oder dünner.

Nemo Nomad

Das macht schon was her: Die Nemo Nomad neben einer 183er NeoAir x-therm.

 

Nemo Nomad

Ganz schön dick: Die Nemo Nomad wieder im Vergleich mit der NeoAir.

Die Nemo Nomad in der Praxis

Magda nutzt zum Aufpumpen ihrer NeoAir die altbekannte elektrische Klodeckelpumpe und ich schiele schon etwas neidisch zu ihr herüber. Aber das Aufpumpen der Nemo Nomand geht dermaßen rasch und einfach von der Hand, dass es mir gar nichts ausmacht. Da die Matte ganz schön dick ist, muss sie weniger prall gefüllt werden, als eine dünnere. Logisch, oder? Drückt man eine Matte nämlich durch sein Körpergewicht durch, verschlechtert sich ihre Isolierung, bzw. isoliert praktisch nicht mehr. Die Nemo Nomad kann ich relativ weich lassen, womit sie sich den Körperkonturen besser anpasst und ich sie als bequemer empfinde. Wenngleich auch schon die NeoAir zu den meisten anderen Isomatten einen gewaltigen Komfortvorsprung hat, setzt die Nemo Nomad nochmal einen drauf. Kein Wunder bei den Maßen. Selbst auf der NeoAir sind mir dank meiner teils eigenartigen Liegeweise gern mal die Arme eingeschlafen, was mir auf der Nomad noch nicht passiert ist. Wie bei der Therm’a’Rest NeoAir, sind auch hier die Rippen quer und nicht längs zur Liegerichtung angeordnet. Das Liegegefühl ist dadurch recht stabil, man hat also nicht das Gefühl mal hier und bald dorthin und von der Matte zu kullern. Und auf der kann man sich mal richtig ausstrecken. Auch die Arme und Beine tendieren nicht dazu schlapp von der Matte herunter und auf dem kalten Boden zu liegen. Klar, denn die Maße sind nicht mehr allzu weit von denen einer 90er Matratze von daheim entfernt! Im Unterschied zu dieser, macht eine Nomad aber leider richtig Krach. Naja, Krach… sie klingt ähnlich wie die hier schon viel zitierte NeoAir und ähnlich wie bei dieser stört es mich bei der Nomad auch nicht, wenn ich die Geräusche selbst verursache. Um des Schlafs unserer Kleinen willen, habe ich mich auf ihr jedoch nur möglichst wenig und vorsichtig bewegt. Vermeiden kann man die Geräusche aber nicht.

Nemo Nomad

Drei Ablassventile sorgen für sanftes (rot) oder rapides (grau) Entweichen der Luft aus der Nemo Nomad.

Apropos Frieden: der hing im Zelt dank meines Widerwillen die Matte zu teilen etwas schief. Auch, weil ich das halbe Dreimannzelt mit ihr eingenommen hab. Und ich viel höher als alle anderen lag. Zum Ausgleich habe ich die Matte aber gern als Hüpfburg für die Kleine freigegeben: etwas Luft raus und der Papa wackelt und hüpft auf der Matte, bis die Kleine durch die Gegend fliegt. Ach, was hat sie gelacht! Robust genug erscheint sie mir dafür allemal und sollte doch mal etwas schiefgehen und sich ein Löchlein einschleichen: Nemo hat Flickzeug mit eingepackt.

Fazit

Die Nemo Nomad ist eine durchdachte und luxuriöse Komfortmatte für Unternehmungen, bei denen es nicht primär aufs niedrige Gewicht ankommt: Radtouren zum Beispiel und motorisierte Unternehmungen. Leute, die gern leicht unterwegs sind, lassen die Matte lieber daheim oder gleich im Geschäft und investieren die über 200€ in wesentlich weniger Gewicht. Gerne-, Gut- & Problemschläfer liegen die Matte mal probe und sollten die Investition in die Nemo Nomad durchaus in Betracht ziehen.

 

Produkt Nemo Nomad 30XL
Kaufen Bergfreunde
Gewicht 1411g (nachgewogen)
Weiterführende Infos Herstellerlink
Spontane Assoziation durchdacht, bequem, gigantisch & laut
Einsatzbereich Radreisen, Trekking, motorisierte Unternehmungen, daheim
Bewertung 9 out of 10 stars (9 / 10)

Werbehinweis: Dieser Produkttest wurde von den Bergreunden (www.bergfreunde.de) unterstützt. Mein Testurteil bleibt davon jedoch unbeeinflusst. Auf radundfuss.de nutze ich Affiliate-Links, die die mir durch den Betrieb dieser Seiten entstehenden Unkosten teilweise egalisieren. Dir entstehen keinerlei Nachteile wenn Du auf solch einen Link klickst und danach vielleicht sogar etwas dort kaufst.

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