ISport Freedom im Test. Der Bluetooth Kopfhörer.

ISport Freedom

Mit dem ISport Freedom stellt Monster einen On-Ear Bluetooth Kopfhörer her, der, wie der Name bereits verrät, speziell für sportliche Aktivitäten entwickelt wurde. Wie er sich schlägt und was ihn von anderen Kopfhörern unterscheidet, erfährst du hier im Test auf radundfuss.de.

Auspacken und anfassen

Für Liebhaber aufwendiger Verpackungen, lohnt sich der Kauf des ISport Freedom bestimmt. Die robuste Pappverpackung ist luxuriös gestaltet und bietet hinter der mit Magneten verschlossenen… Wen interessierts? Eigentlich kommt es doch auf den Inhalt an. Und hier ist der ISport Freedom maßgeblich. Optisch ist der Kopfhörer bereits durch seine Farbe, ein giftiges grün, schwarz und silber, sehr auffällig. Mindestens ebenso auffallend ist seine Haptik. Und hier unterscheidet er sich doch sehr von anderen Kopfhörern ähnlicher Bauart. Neben gewöhnlichem Kunststoff erfühlt man an den Kontaktpunkten zum Kopf (Bügel und Hörmuscheln) Silikon. Das weicht beim Schwitzen nicht durch und lässt sich anschließend leicht abwaschen. Abwaschen, genau, du hast richtig gelesen. Zwar ist der ISport Freedom nicht wasserdicht, aber Schweiß, Regen und eine kurze Wäsche machen ihm nichts aus. Hierzu sind auch die beiden Eingänge (Micro USB und eine 3,5mm Klinke zum Passivbetrieb) verschließbar.
An der rechten Ohrmuschel befinden sich einige Bedienelemente: Play/Pause/Gespräch annehmen & auflagen, Titelsprung vor- und rückwärts, lauter/leiser, an/aus/Pairing. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein Ladekabel, eine solide Tasche und ein Kopfhörerkabel mit Fernbedienung. Bei dem Preis von aktuell rund 200€ sollte das auch inbegriffen sein.

Praxistest

Aufsetzen und wohlfühlen

Entgegen meiner ersten Bedenken trägt sich der ISport Freedom mit seinen Silikonohrmuscheln erstaunlich komfortabel und sitzt dabei auch ordentlich fest am Kopf. Es ist aber zu bedenken, dass die Kombination aus ohraufliegender Bauweise und dem Silikon dazu beiträgt, dass der Träger bei einiger Anstrengung oder Wärme bald ein ziemlich feuchtes Ohr haben wird. Das ist sicher nicht schön, aber ich habe es mir im Vorfeld dramatischer vorgestellt und andere On-Ear Kopfhörer schneiden in dieser Disziplin selten besser ab. Das Silikon hat hier jedenfalls den Vorteil sich nicht mit Schweiß (oder Regen) vollzusaugen und sich am Ende einfach abwaschen zu lassen. In Bezug auf die Ausbildung eines Feuchtbiotops am Ohr sind In-Ear Kopfhörer dem iSport Freedom natürlich weit überlegen.

Die Passform und den Tragekomfort empfinde ich auch nach längerem Tragen als recht angenehm. Vielleicht könnten sich die Hörmuscheln noch besser an den Träger anpassen, aber insgesamt sind der Anpressdruck, die Polsterungen und verwendeten Materialien gut komfortabel.

Bedienung

Mit der Bluetoothverbindung gab es noch mit keinem getesteten Gerät irgendein Problem, sie wurde stets schnell, zuverlässig und störungssicher aufgebaut. Eine kleine Unzufriedenheit meinerseits stellt sich bei der Ausführung der Bedientasten am Kopfhörer ein. An und für sich (und wenn man draufschaut) sind sie gut zu bedienen und besitzen einen ordentlichen Druckpunkt. Schwierig wird es aber die einzelnen Bedientaste beim Sport sicher zu erfassen und zuzuordnen. Vor allem mit Handschuhen stellt das eine große Herausforderung dar. Zugegebenermaßen fällt mir aber auch keine sinnvolle Möglichkeit ein die sechs Tasten stimmig und sehr gut fühlbar in den Kopfhörer zu integrieren.  Gegebenenfalls ließe sich das Bedienfeld aufsplitten, hätte man beispielsweise die Lautstärkeregelung an der linken Ohrmuschel angebracht und den Rest dort gelassen, wo er sich befindet (nämlich rechts).

Kabelsalat

Im Gegensatz zu meinen sonstigen Kopfhörern die ich unterwegs bislang dabei hatte, ist das mein erstes Produkt ohne störendes Kabel. Und das ist gut so. Wenn mir bislang ein Kopfhörer kaputtgegangen ist, war stets das Kabel das Problem. Mein letztes verhedderte sich bei meinem Liegetrike in der Scheibenbremse. Ohne Kabel kann ich meinen Player nun irgendwo verstauen und kein Kabel limitiert mich dabei, keins labbert irgendwo herum, keins verheddert sich. Endlich kann ich meine wasserdichten Topeak Handytaschen fürs Rad nutzen und sie noch dazu schließen – mit den Kopfhörersteckern war das bislang nicht möglich. Kabellos ist hier ein dicker und wirklich befreiender Vorteil.

Umgebungsgeräusche

Monster gibt als Feature „Noise Isolating“, also die akustische Abschirmung von der Umwelt an. Im Verkehr ist das eigentlich keine gute Idee, aber ich nutze Kopfhörer dort dennoch – mit recht geringer Lautstärke und häufig mit Hörbüchern, dann kann man auch durch die iSport Freedom die Umgebung noch einigermaßen wahrnehmen. Trotzdem ist dieser und auch jeder andere Kopfhörer im Straßenverkehr kritisch. Meinem Kind würde ich dessen Benutzung jedenfalls nicht erlauben…

Windgeräusche, wie man sie ja natürlich ganz ordentlich beim Radfahren erlebt, sind natürlich vorhanden, aber erträglich. Durch das Fehlen des Kabels gibt es auch keine Reibegeräusche und insgesamt ist der iSport Freedom auch so solide gebaut, dass er sich nicht verwindet, bzw. dabei knackt. Alles im grünen Bereich!

Akku

Der eingebaute, leider nicht so ohne weiteres austauschbare Akku ermöglicht laut Hersteller eine Spielzeit von rund 10 Stunden. Das ist nicht sonderlich üppig, aber praxistauglich. Zumal zumindest ich auch an sehr langen Radtagen nicht permanent Kopfhörer auf habe. Gestoppt habe ich die Akkulaufzeit bislang noch nicht, aber ich kann dem iSport Freedom zumindest keine grobe Abweichung nach unten hin attestieren.

Der Klang

Gern gestehe ich ein, dass ich nicht zu der Sorte audiophiler Menschen gehöre, die den Unterschied verschiedener Kabel würdigen und die Einsteckrichtung des Netzsteckers vom Verstärker heraushören (wollen). Zum Glück nicht, das spart ein Haufen Geld! Und wenn ich den iSport Freedom nicht direkt mit einem anderen Kopfhörer vergleiche oder eine Weile mit ihm gehört hab, klingt er gut. Im direkten Vergleich mit meinem SOL V10 fällt er klanglich aber ab. Das Klangbild ist weit weniger wuchtig im Tieftonbereich, weniger dynamisch und ist insgesamt etwas dünn und weniger Erwachsen. Der Mittel-, vor allem aber Hochtonbereich ist sehr wenig differenziert und klingt verwaschen und zwitschernd. Im Aktivbetrieb über die Bluetoothverbindung offenbart der Kopfhörer ein hörbares Rauschen, welches bei Hörbüchern und –spielen und leiseren Musikpassagen deutlich wird. Sehr störend finde ich das unterwegs mit all den Nebengeräuschen nicht, daheim schon.

Fazit

Ein ausgewachsener HiFi-Kopfhörer ist der iSport Freedom nicht. Das ist aber vielleicht auch egal, schließlich suche ich auf dem Rad oder in meinen Laufschuhen steckend, keine klangliche Vollendung – ordentlich und angenehm reicht. Und das bietet der iSport Freedom allemal.

Der Monster iSport Freedom ist ein guter Kopfhörer für den alltäglichen Gebrauch und bietet hier und beim Sport durch seine Wasserfestigkeit einen guten Mehrwert. Ob man dafür aber gleich runde 200€ ausgeben muss? Ich meine nein. Das ist schon ein gehöriger Haufen Geld für einen kabellosen Kopfhörer mit einem nur ordentlichen Klangbild. Wenngleich er durch seine Sportausführung praktisch ein Alleinstellungsmerkmal aufweist, kommen die meisten Leute sicher auch mit einem ähnlichen, weniger wassergeschützen Bluetooth Kopfhörer aus, den sie weniger gut reinigen können (ich kam es bislang zumindest ohne Probleme) und sparen dadurch einen Haufen Geld oder ernten einen besseren Klang. Ich kann den iSport Freedom zwar guten Gewissens empfehlen, aber wenn man das Geld nicht mal eben so zum rauswerfen hat, kann man sich meines Erachtens auch für den Sport getrost einen anderen (Bluetooth) Kopfhörer kaufen.

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