Polar A360 – Der Activitytracker im Test

Polar A360 Activitytracker

Polar A360

Der Polar A360 ist ein aktueller Activity Tracker mit Touchscreendisplay und optischer Pulsmessung am Handgelenk. Was das Gerät im Alltag taugt, klärt radundfuss.de in diesem Test.

Ein Fitnesstracker – muss das sein?

Irgendwie komisch die ganze Sache. Da gibt es ein Gerät, Fitnesstracker oder Aktivitätstracker genannt, welches einem sagt, wie aktiv man an einem bestimmten Tag war. Und wie viel und gut man geschlafen hat. Weiß man das nicht selbst? Eigentlich schon.

Vorab: Bei diesem Test steht meine persönliche Erfahrung mit dem Polar A360 im Vordergrund und nicht etwa das Referieren der technischen Details oder sämtlicher Ausstattungsmerkmale und Funktionen. Die zugehörige Smartphone-App und die PC-Plattform streife ich nur am Rande.

Aber auch ich bin irgendwie auf den Zug aufgesprungen und habe mich schließlich für die Polar A360 entschieden. Warum gerade für diese? Vor allem wegen der Bedienung und weil der Polar A360 einiges (aber nicht alles) bietet, was ich haben wollte.

Polar A360 Activitytracker

Das gute Display ist auch bei Sonnenschein noch ordentlich abzulesen. Die beiden Ausbuchtungen links und recht trüben die eigentlich gute Qualität des Polar A360. Das Armband hat sich an der Einfassung der Uhr offensichtlich geweitet.

Bedienung des Polar A360

Anders als viele andere Produkte besitzt die Polar A360 ein Touchscreendisplay. Zum einen heißt das, dass man ein richtiges Display als Anzeige vorfindet und nicht nur eine einfach Anzeige (wenn überhaupt), die an Digitaluhren der 80er Jahre erinnert. Die Bedienung erfolgt entsprechend vollständig über das Display und einer seitlichen Taste. Durch Wischen nach oben oder unten lassen sich die Funktionsmodi „Meine Herzfrequenz“, „Mein Tag“ und „Training“ auswählen.

Meine Herzfrequenz zeigt einem (ja, da hast du richtig getippt) die aktuelle Herzfrequenz an. Das Gerät benötigt hierfür alltagstauglicherweise keinen extra Brustgurt, sondern misst ihn direkt am Handgelenk – und funktioniert sogar unter Wasser. Der Puls wird, anders als bei manch anderen Geräten, nicht permanent abgetastet oder mitgeloggt, sondern muss stets extra zugeschaltet werden. Entweder über diesen Punkt („Meine Herzfrequenz“) oder über das eingeschaltete Training. Mitgeloggt wird nur bei letzterem.

Mein Tag zeigt, was man an dem aktuellen Tag bislang so getan hat. Also wie viel Schritte man gegangen ist, wie weit man gelaufen ist, wie viel Kcal man verbraucht hat und wie viel Prozent man von seiner gewünschten täglichen Aktivität bereits hinter sich hat.

Training: Hat man an dem Tag bereits trainiert, wird dies hier auch aufgeführt. Eben jenes Training ist auch der letzte eben genannte Punkt. Hier kann man sich zwischen den verschiedensten Sportarten diejenige auswählen, die man nun betreiben möchte. Hat man sie ausgewählt, loggt die Uhr nun die entsprechenden Daten mit, also vor allem den Puls. Dieser ist nämlich im normalen Betrieb nicht aktiviert, bzw. wird im entsprechenden Modus nicht mitgeloggt. Im Trainingsmodus ist beides der Fall: die Pulsmessung ist aktiv und wird mitgeloggt.

Praxis

Synchronisation

Mit einem Fitnesstracker arbeitet man eigentlich nicht solo, sondern nutzt ihn parallel zu einem PC oder vor allem Smartphone. Die Synchronisation wird bei der Polar A360 idealerweise via Bluetooth hergestellt, was bei mir anstandslos funktioniert. Die Übertragung schlägt zwar ab und an fehl und kann auch mal locker über eine Minute dauern (synchronisiert man mehrere Tage, dauert es noch länger), aber es ist ja nicht so, dass ich bei solch einer Übertragung unter Zeitdruck stünde.

Motivation

Nach erfolgter Übertragung kommt die Motivation. Dann informiert mich das Smartphone gern über mein tolles Training, wie großartig ich war und was ich mit genau diesem Training erreicht habe. Kommentare wie: „Du fauler Hund, beweg endlich mal deinen Hintern!“ gibt es nicht. Negativere Formulierungen als: „Zeit für Bewegung.“ (das sagt einem die Uhr, wenn man eine Stunde am Stück gesessen hat) findet man nicht. Alles ist also irgendwie gut was man macht und ähnlich wie bei einem Arbeitszeugnis muss man weniger heroisches über die Art der positiven Formulierung herausfinden. Seine tägliches Aktivitätsniveau sieht man ohnehin permanent über die Einfärbung des Displays (das Displaydesign und damit die Art dieser Anzeige ist einstellbar).

Motiviert solch ein Gerät auf Dauer? Böse gesagt ist ein Fitnesstracker schlicht ein moderner Pedometer mit Analysemöglichkeiten (Entfernung, verbrannte Kalorien…) und komfortabler Auswertungsmöglichkeiten am Smartphone oder PC. Wie weit man an einem bestimmten Tag in etwa gelaufen ist, ist anfangs interessant, wird aber für manch einen bald seinen Reiz verloren haben. Bewegungsmuffel mag hingegen die Möglichkeit ein bestimmtes tägliches Aktivitätsniveau zu verfolgen interessieren und zur Bewegung motivieren. Diese Motivation scheint mir ohnehin eine Hauptfunktion darzustellen. Mich hat es anfangs jedenfalls motiviert, dass ich mich auch in meiner Arbeitspause mehr bewege – auch wenn ich die Woche eh schon 150-250 Kilometer auf dem Rad zurücklege. Mittlerweile ist der Effekt etwas abgeebbt. In erster Linie nutze ich im Alltag vor allem beim Radfahren die Trainingsfunktion des Polar A360.

Polar A360 Activitytracker

Die Auflüsung des Polar A360 ist gut zu erkennen. Wenmiger gut zu erkennen sind die Abriebspuren am Armband. Es schaute schon nach rund 2 Monaten etwas speckig aus.

Schwachstelle: der Pulsmesser

Um präzise Ergebnisse bei der Herzfrequenzmessung zu erzielen, muss die Uhr eng um das Handgelenk gelegt werden. Andernfalls wird mir beim Radfahren gern ein Puls von rund 90 (statt z.B. 160) attestiert. Das geschieht aber insbesondere beim Trainingsbeginn ohnehin gern mal für eine Weile, manchmal auch länger. Nervig. Ein weiteres Manko: die Polar A360 ist nicht in der Lage den Nutzer bei der Unter- oder Überschreitung bestimmter Pulsfrequenzen zu warnen – außer natürlich optisch, wenn man den Wert abliest. Ein kurzes Vibrieren wäre für diese Fälle hilfreich. Als effektives Trainingsinstrument scheidet sie damit eher aus. Schade, aber hier will Polar wohl einen Anreiz schaffen mehr Geld für ihre andere Trainingselektronik auszugeben.

Schwachstelle: das Armband der Polar A360

Das in verschiedenen Farben und Größen erhältliche, austauschbare Armband der Polar A360 bleibt auch fester angezurrt angenehm zu tragen. Es besteht aus einem weichen Kunststoff, in welches die Uhr eingeklippt wird. Das funktioniert gut. Der Verschluss des Armbands ist nett gedacht: man zieht es durch eine Schlaufe, legt es wieder zurück und klippt zwei breite Pins in das Armband ein. Normalerweise ist dieser Verschluss sicher, aber es genügt häufig schon ein Stoß gegen das Ende des Armbands entgegen der Zugrichtung und es ist offen. Im Schlaf habe ich mir den Aktivitätstracker bereits ausgezogen und auch beim Anziehen einer Jacke udgl. kann dies passieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Besitzern gefällt mir die Abdeckung des USB-Ports recht gut. Sie ist leicht und sicher zu öffnen und zu schließen, wenngleich im geöffneten Zustand absolut nicht verliersicher. Hier könnte nachgebessert werden.

Polar A360 Activitytracker

Der Sensor und die Dioden sind gut zu sehen.

Akkulaufzeit

Aber an ihn muss ich dank halbwegs ordentlicher Akkulaufzeit auch eigentlich nur alle paar Tage zum Laden des Trackers ran: Zum Beispiel jeden oder jeden zweiten Tag bei langen Radtouren (ca. 8 Stunden Training pro Tag) oder alle drei bis vier Tage bei zwei Stunden Radtraining pro Tag. Der Hersteller verspricht mehr. Wer gern häufiger lädt, schaltet zusätzliche Funktionen der Uhr ein. Allen voran verbraucht die Smart Notification einen Haufen Strom. Smartphone und Uhr quatschen dann schön regelmäßig miteinander, damit das Phone der Uhr Nachrichteninfos oder Alarme aufs Display schicken kann. In heutiger Zeit kann man ja gar nicht schnell genug erfahren, wann man mal wieder was über WhatsApp geschickt bekommen hat.

Ach, was die Uhr übrigens auch kann: die Uhrzeit anzeigen. Und einen Wecker bietet sie auch. Dieser lässt sich zwar nur über das Smartphone stellen, also nicht direkt an der Uhr, aber immerhin. Leider ist der Wecker nicht in der Lage die aktuelle Schlafphase bei der Wahl des Weckzeitpunktes zu berücksichtigen und dafür idealerweise keine Tiefschlafphase zu wählen. Aber ich nutze ihn ohnehin nicht. Ich habe ihn ausprobiert und konnte dessen Zustand (Weckfunktion ein oder aus) anschließend nicht mehr bestimmen. Bei jedem Synchronisieren hat er sich automatisch wieder angestellt. Erst ein Reset der Uhr hat Abhilfe geschafft.

Gut: das Display

Die Polar A360 schaltet ihr auch noch in der Sonne einigermaßen gut ablesbares Display bereits nach wenigen Sekunden aus, um Strom zu sparen. Während des Trainings kann man es auch eingeschaltet lassen, was aber die Akkulaufzeit drastisch verkürzt. Immerhin hat man dann in der Dunkelheit eine Notbeleuchtung zur Verfügung, das Display ist ganz schön hell.
Hebt man bei ausgeschaltetem Display den Arm und schaut aufs Display, geht dies automatisch an. Und das schaut sogar richtig schick aus, wie auch die ganze Uhr. Nur leider sitzt bei meiner die Einfassung der technischen Abteilung nicht mehr so ganz straff um diese herum. Die eigentliche Uhr wird zwar noch immer völlig problemlos vom Armband gehalten, aber bereits nach etwa 2 Monaten stellt dies doch ein unschönes Manko dar (siehe Foto).

Erfreulich finde ich die Tatsache, dass Polar stetig an der Smartphone App und an der Software des Trackers arbeitet. Der Nutzer profitiert somit regelmäßig von Verbesserungen.

Fazit

Der Polar A360 gibt als Fitnesstracker im Alltag eine gute Figur ab. Die Akkulaufzeit ist praxisgerecht, die Ausstattung zufriedenstellend. Für eine ernsthaftere Verwendung im Training fehlt der Uhr aber u.a. die Warnung bei Erreichen einstellbarer Schwellenwerte. Trotzdem halte ich die Polar A360 für weniger ambitionierte Menschen bis hin zum Freizeitsportler empfehlenswert.

Werbehinweis: Dieser Produkttest wurde von den Bergreunden (www.bergfreunde.de) unterstützt. Mein Testurteil bleibt davon jedoch unbeeinflusst. Auf radundfuss.de nutze ich Affiliate-Links, die die mir durch den Betrieb dieser Seiten entstehenden Unkosten teilweise egalisieren. Dir entstehen keinerlei Nachteile wenn Du auf solch einen Link klickst und danach vielleicht sogar etwas dort kaufst.

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