Nordhessen per Rad: Fahrradurlaub aus Sicht eines Säuglings

Nordhessen mit Rad und Säugling

Mit Mami und Papi auf Radtour durch Nordhessen

Hallo ich bin es, die kleine Maus im Kinderanhänger. 8 Monate bin ich schon alt und darf nun mit auf meine erste grooße Fahrradtour. Meine Mama und mein Papa fahren einmal im Jahr mit dem Fahrrad dahin, wo Papa geboren wurde. Das ist ganz schön weit weg von uns daheim und heißt Nordhessen. Papa sagt immer, dass das da ganz schön schön sein soll, aber ich muss es selbst erstmal sehen. Wir drei fahren nicht allein, es kommen noch drei andere Große mit. Zuerst Martin und später dann noch eins… öh, zwei.

Hallo Leute, ich bins, das Mäuschen!

Hallo Nordhessen, da sind wir!

Zuerst fahren wir mit der Eisenbahn fast bis Rothenburg an der Fulda. Und dann, juhuu, geht es los! Papa setzt mich in meinen Anhänger und ich kann mit meinem Glühwürmchen spielen. Und es rumpelt und pumpelt so schön! Papa sagt, dass wir an der Fulda entlangfahren. Ich glaube ihm das einfa.c..h m..a..l u…n…..d………… Wir sind schon da? Hab ich geschlafen? Wo sind wir denn? Auf einem Campingplatz sagt Mama, direkt vor Rothenburg. Oh, der Boden hat grüne Haare, das muss ich entdecken! Papa hat leider wenig Zeit für mich, er muss unser Haus aufbauen. Und Mama sagt, dass die grünen Haare zu nass sind und ich nur auf eine Matte darf. Das ist langweilig, aber irgendwie komme ich da schon auch noch mal runter und schau mir hier alles an. Oh, Papa ist schon fertig und er hat ein ganzes Bett dabei. Papa, darf ich zu dir spielen kommen? Ich komme einfach!

Nordhessen mit Rad und Säugling

Draußen spielen ist so toll. Papi sprint und ich fliege hoooch!

Dann werde ich hingelegt und soll schlafen. Eigentlich will ich das auch, aber im Haus ist es mir so hell und ungewohnt…

Als es wieder richtig hell wird, fahren wir endlich los. Aber nur bis Rothenburg. Dann wollen die Großen frühstücken. Papa sagt, dass es in Rothenburg ganz, ganz leckere Schmand… Schmand… was leckeres zum Essen gibt. Aber die Essensdinger sind ausverkauft. Ich dachte auch, dass wir eine Fahrradtour machen. Fahrradgefahren sind wir aber fast noch gar nicht. Stattdessen essen die Großen jetzt nicht die Schm… Dinger, dafür aber Kuchen. Igitt, schmeckt doch nicht, ist doch keine Mamamilch. Endlich sind sie fertig und wir fahren wieder… in den nächsten Supermarkt. Gibt’s doch gar nicht! Was ist denn das für eine Fahrradtour? Papa und Martin kaufen ein, ich meckere Mama an, was das Zeug hält.

Wir sind schon fast in Rockensüß, Mama freut sich!

Aber dann geht es wirklich los, juhuu! Och, schön hier. Glaube ich. Denn ich schlafe viel und wenn ich wach bin, mache ich auf indelegu… intelgektuell und lese meine Bücher. Zwischendurch genieße ich aber auch einfach die Fahrt, spiele ein wenig und schaue verträumt aus meinem Wohnwagen heraus.

Papa, nicht anhalten! Mama will nach Rockensüß und das liegt hinter diesem Berg. Wo ist eigentlich… Mama, wo bist Du? Ääh, und Martin? Papa, wir haben sie verloren! Aber Papa hört mich nicht. Der schimpft diesen Berg aus und kommt ihn gerade so hoch. Papa, hab ich zu viel gegessen?

Oh, kaputt

Wie, schon wieder eine Pause? Mein Papa muss was an unserem Fahrrad reparieren – hab ich wieder was kaputtgemacht? Papa sagt, das Rad steht schief und irgendwas von wegen ausgefallenem Ende und Anhänger und Klemmendingens. Jedenfalls bekommt er das hin, sieht aber gar nicht glücklich aus. Oh, da sind ja auch Mama und Martin! Endlich Mama, ich hab Hunger!

Nordhessen mit Rad und Säugling

Papa sagt: beim letzten steilen Berg hat die Klemmkraft des Pitlocks nicht ausgereicht und das Rad hat sich quergestellt. Ich weiß nicht, was das bedeutet…

Papa strampelt noch ein Bisschen und dann kommen wir nach Rockensüß. Papa spricht einen Mann an und fragt ihn wegen einer Schraube und einer Mama. Der Mann hilft Papa dann bei unserem Rad und Papa schaut glücklich aus. Warum verstehe ich aber nicht genau. Hat irgendwas damit zu tun, dass eine Mama auf eine Schraube geschraubt wird. Das finde ich unheimlich. Die Großen unterhalten sich noch eine Weile und Papa erklärt ihnen, die sie sich schon von einer anderen Nordhessentour kennen. Und die anderen erinnern sich auch daran.

Oooh, das ist so schön hier! So ruhig!

Ich hab einen Hobbit gesehen

Unsere Mittagspause machen wir auf einem Spielplatz. Papa findet das so toll, weil er seine Hängematte aufbauen kann und ich finde das auch toll. Irgendwann müssen wir aber weiter und fahren dahin, wo Papa geboren wurde. Papa sagt, das war in Eschwege. Ich finde Eschwege ganz schön kalt. Wir schlafen wieder auf einem Campingplatz und haben immer mal wieder Regen und ganz schön dollen Wind! Und ich darf nicht in den See. Dafür kommen uns Oma und Opa besuchen, das ist schön! Und wir spielen ganz tolle Spiele: „Mama fangen“ und „Mäuschen sitzt im Fahrradkorb, Papi schiebt und dann Mama fangen“. Ich darf auch mal auf die Wiese und entdecke die grünen Haare… Grashalme und Gänseblümchen.

Nordhessen mit Rad und Säugling

Oh, das macht Spaß! Papa schiebt mich und wir verfolgen Mama!

Dann fahren wir durch das Auenland und treffen Hobbits. Ich weiß nicht was das bedeutet, Papa sagt das aber. Und er sagt auch, dass wir nun an der Werra entlangfahren, bis wir Bad Sooden Allendorf erreichen, und Mama und Martin Papa dann nicht mehr mögen werden. Ich weiß nicht warum sie meinen Papi nicht mehr mögen sollten.

Nordhessen mit Rad und Säugling

Eben war er noch da, hat Papa das Foto nicht schnell genug gemacht? Jetzt ist er weg, der Hobbit.

In Allendorf gehen wir in einen Kaffee und ich finde die Idee nicht gut, weil ich nicht schwimmen kann. Aber dann trinken die Großen diesen Kaffee und essen Kuchen, was ich nicht verstehe. Papa bekommt ein Grinsen auf dem Gesicht und nimmt sich sogar noch Kuchen mit für unterwegs mit, fürs Frühstück.

Nordhessen mit Rad und Säugling

Das da ist meine Mama und das alles hier ist ganz schön schön!

Oh, langsam verstehe ich, warum keiner meinem Papi mag (nur ich). Wir müssen ganz viel bergauf fahren und Papa wollte das so. Aber mein Papa findet das Bergabfahren danach wohl sogar schwieriger. Er sagt, er wolle mit mir keine Rennen fahren und bremse didaktisch… neee… taktisch. Jedenfalls stinkt taktisches Bremsen und raucht auch etwas und Papi hat Schweiß auf der Stirn.

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Mein Papa mag solche Holzhäuser sehr gern. Wir sind hier in Bad Sooden Allendorf.

Die Großen essen viel und bewegen sich wenig

Ich glaube so langsam, dass eine Fahrradtour auch Esstour heißen könnte. Die Großen kaufen sich schon wieder was bei einem Bäcker, der ein großes Auto fährt. Dann geht es weiter und sie kaufen sich in Großalmerode schon wieder was. Aber das bekomme ich nicht mit, denn ich schlafe. Und weil ich schlafe soll Papa das ausnutzen und schon mal zur Steinberghütte vorfahren. Hihi, diesen Plan versaue ich ihm. Kaum wird der Berg steil, werde ich wach und fange an zu schreien. Es dauert etwas bis Papa das Rad sicher abstellen kann, um mich zu sich zu holen. Einschlafen will ich aber jedenfalls nicht mehr und im Hänger fahren auch nicht. Also setzt mich mein Papi in seinen Fahrradkorb (juhuu) und fängt an zu schieben. Papi sagt was von beinah 20% Steigung und dass das Fahrrad und der Anhänger mit dem ganzen Gepäck fast genauso schwer ist, wie er selbst. Und ich glaube Papi das. So wie er sich anstrengen muss! Aber ich hab meinen Spaß und spiele in Papis Haaren, als er schiebt. Dafür hab ich ganz schön viel Zeit.

Hier machen wir Pause. Ich bin an meinem Drittlieblingsplatz – nach Mama und Papa.

Oh, da kommen wieder Mami und Martin. Moment mal, die haben doch Fahrräder, warum schieben die denn?!

Papi wirkt ganz schön schlapp, aber irgendwie wuchtet er uns noch bis zur Steinberghütte hoch. Irgendwie ist hier aber alles feucht. Naja… ich weiß gar nicht mehr, ob ich noch wach war, als Silvia und Silke ankamen, um mit uns weiterzufahren.

Nordhessen mit Rad und Säugling

Das sind mein Papi und ich im Zelt

Die Großen wollten nun nach Kassel fahren und dann weiter die Fulda nach… unten… äääh..wes…no… süden, danke Papi. Also haben wir das auch gemacht. Aber irgendwie wollte ich nicht so und hab immer wieder herumgemeckert. Hihi. In Kassel hatten die Großen endlich Einsehen und Mama und Papa sind mit mir mit der Bahn bis zum nächsten Campingplatz gefahren. Oooh, das war schön dort! Ich hatte eine gaanz große Wiese fast für mich allein! Und Papa hat mich auf seinem Bett durch die Luft geschossen! Das hat Spaß gemacht!

Am nächsten Tag sind wir nach Melsungen gefahren und dann noch zu einem Campingplatz an einer Burg… wie hieß die denn noch? Dann ging es zurück zum Bahnhof in Rothenburg an der Fulda. Wir sind viel durch Wälder gefahren, was immer so schön hoppelt – aber Papa war ganz langsam und vorsichtig.

Tschuss, Fahrradurlaub

Tja, das war mein erster Fahrradurlaub in Nordhessen. Viele meinen, dass ich für sowas noch vieeel zu klein sei. Aber ich glaube das nicht. Wir hatten viel Spaß unterwegs und Papi sagt, dass ich in meinem Wohnwagen ganz tapfer und geduldig war und mir gut die Zeit vertreiben konnte. Wenn es mir genug war, habe ich gemeckert und dann haben wir immer schöne Pausen gemacht.

Nordhessen mit Rad und Säugling

Wir fahren hier an einem Fluss entlang, der Fulda nämlich

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